Rückblick: 10. Tag des wissenschaftlichen Nachwuchses

2009/11/17

Am 13./14. November war ich beim „10. Tag des wissenschaftlichen Nachwuchses der Pädagogischen Hochschulen“, der dieses Jahr an der PH Schwäbisch Gmünd stattfand. Für mich war es nach letztem Jahr in Ludwigsburg die zweite Teilnahme an dieser Veranstaltung, die primär als Plattform für die Präsentation von Dissertationsprojekten und zur Vernetzung der Promovierenden an den Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg gedacht ist.

Im Vergleich zum letzten Jahr, hatten sich – zu mindestens nach meinem Eindruck – weniger Teilnehmer auf den Weg nach Schwäbisch Gmünd gemacht, was ich jedoch nicht unbedingt schlecht fand. So war die Größe der Veranstaltung überschaubarer und meines Erachtens besser geeignet, um mit anderen ins Gespräch zu kommen und sich intensiver auszutauschen. Hinsichtlich des Netzwerkaspekts also optimal.

Auch die Anzahl der vorgestellten Projekte ging gefühlsmäßig etwas zurück. In Bezug auf das qualitative Niveau kann ich mich nur dem Urteil anschließen, dass ich während den beiden Tagen öfters gehört habe – das war wirklich hoch. Zumindest in den Panels an denen ich teilgenommen habe, war ich von den wirklich spannenden Arbeiten echt angetan, selbst wenn sie teilweise aus mir völlig fremden Disziplinen kamen. Auch die Diskussionen im Anschluss empfand ich als sehr konstruktiv und denke, dass jeder Vortragende hier wichtige Hinweise zu seiner Arbeit bekam.

Zumindest ich habe für mein Vorhaben viele Hinweise und neue Ideen mitgenommen. Von daher an dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle, die nach meiner Präsentation mitdiskutiert oder mir in der Zwischenzeit per Email ein Feedback gegeben haben. Ich denke, dass ich noch etwas damit beschäftigt sein werde meine Gedanken zu sortieren und die neuen Anregungen zu verarbeiten. Der ein oder andere Punkt wird sicher auch zu einem neuen Blogbeitrag führen.

Für alle die nicht dabei sein konnten, hier noch meine Folien zum Vortrag:

Über Hinweise, konstruktives Feedback, neue Anregungen oder einfach eure Meinung zum Vorhaben, würde ich mich wie immer freuen.


Beitrag für die AERA 2010 angenommen

2009/11/17

Das ist mal eine freudige Nachricht. Im Sommer habe ich gemeinsam mit meinen KollegInnen aus der Arbeitsgruppe Medien- und Bildungsmanagement ein Paper für das kommende Treffen der American Educational Research Association (AERA) geschrieben. In der Zwischenzeit hatte ich diese Einreichung schon fast wieder vergessen.

Umso mehr hat es mich gefreut, als ich mich die Nachricht erreichte, dass unser Beitrag „Business Models for the New Approach of „Focused E-Learning“ at Universities“ für das 2010 AERA Annual Meeting als Poster in der Session „Posters in Organizations, Management, and Leadership in Higher Education“ angenommen wurde.

Nachdem ich schon viel Positives über die AERA-Tagungen gehört habe, hoffe ich nun natürlich, dass ich vom 30. April bis zum 04. Mai 2010 in Denver dabei sein kann. Leider fällt die Veranstaltung nach meinem aktuellen Zeitplan genau in die Endphase der Datenerhebung für mein Dissertationsprojekt. Mal sehen…


Rückblick: ZEW-KMRC-Workshop

2009/11/12

Wie ihr sicher bemerkt habt, war es in letzter Zeit recht still hier auf dem Blog. Zwar habe ich an einigen Beiträgen gearbeitet, diese aber nie wirklich fertig gestellt. Irgendwie symptomatisch für meine Produktivität in den letzten Wochen. Aber das ist nun vorbei und vielleicht wird auch der ein oder andere Beitrag hier in nächster Zeit noch erscheinen.

Aber erstmal will ich heute einen Rückblick auf den ZEW-KMRC-Workshop on „The potential of social software for knowledge creation and economic performance“ werfen. Ich hatte hier ja bereits darüber geschrieben. Auf Einladung des Instituts für Wissensmedien (IWM) durfte ich am 6./7. November an diesem teilnehmen und meine Gedanken zum Fördern von Wissensmanagementkompetenzen bei Schülern durch den Einsatz von Weblogs im Schulunterricht vorstellen.

Obwohl – oder gerade weil – die Workshopteilnehmer aus recht unterschiedlichen Disziplinen kamen, fand ich die präsentierten Studien und vor allem die Diskussionen im Rahmen der Gruppenarbeiten beziehungsweise beim Abendevent sehr spannend und ergiebig. Vor allem die Arbeiten rund um das Thema NetIdentity und die vorgestellten Projekte am IWM gaben mir viele Anregungen, von denen sicher die ein oder andere (z.B. das Co-Evaluation Model) auch in meiner Dissertation Einfluss finden wird. Aber auch viele erfrischend neue Ideen gehen mir seit dem durch den Kopf, die durchaus auch zu neuen (Forschungs-)Projekten werden könnten.

Insgesamt fand ich den Ansatz Nachwuchswissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen zum Gedankenaustausch zu versammeln ein echt gelungenes Konzept. Es hilft definitiv die eigenen Scheuklappen abzulegen und wieder über den Tellerrand des eigenen Themengebiets zu schauen. Unterstützt wurde die inspirierende Atmosphäre durch die wirklich super Organisation und die optimalen Räumlichkeiten des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Hier wirklich auch ein großes Lob an die Ausrichter. Vor allem der Abendevent im Skyline Restaurant des Fernsehturms bot neben einem atemberaubenden Ausblick auch das richtige Ambiente für den informellen Austausch.

Bei allem Lob darf aber auch die Kritik nicht fehlen. Hier fällt mir allerdings nur ein Verbesserungsvorschlag ein – die Einbindung von Social Software in den Workshop. Ich fand es schon komisch, dass man sich zwei Tage zum Austausch über solche Anwendungen trifft, aber keine davon aktiv nutzt. Symptomatisch hierfür vielleicht die Tatsache, dass meines Wissens kein Hashtag für den Workshop festgelegt wurde. Hier würde ich mir wünschen, dass die Organisatoren bei künftigen Workshops der Integration von Twitter, Weblogs und Social Networks – auch bereits im Vorfeld des Treffens – mehr Beachtung schenken. Ich denke es würde die Diskussionen und die Zusammenarbeit während der beiden Tage wirklich befruchten. Aber sonst schaue ich auf eine wirklich spannende und inspirierende Veranstaltung zurück, bei der ich viele interessante Leute kennen lernte. Hoffentlich werde ich bei einer Neuauflage auch wieder eingeladen.


Nachtrag: 12. Fachtagung Pädagogische Psychologie (PAEPS)

2009/09/16

Durch meinen Umzug in den letzten Tagen und die damit verbundene Zeit ohne Internetzugang, komme ich erst heute dazu von der 12. Fachtagung Pädagogische Psychologie (PAEPS) zu berichten. Diese fand letzte Woche vom 07. bis 09. September an der Universität des Saarlandes, also quasi in der Heimat, statt.

Es war das erste Mal, dass ich an einer Veranstaltung mit primär pädagogisch-psychologischer Ausrichtung teilnahm und als „Quereinsteiger“ auf diesem Gebiet war ich vor meinem Vortrag wirklich nervös. Aber direkt vornweg – es war weniger schlimm als befürchtet und lief besser als erwartet :)

Insgesamt fand ich die Tagung super organisiert und die vorgestellten Beiträge interessant. Es gab auch ausreichend Gelegenheit um sich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen und so kam ich auch mit vielen guten Anregungen und noch mehr Ideen zurück, die ich jetzt erstmal in den nächsten Tagen verarbeiten muss. Da wird sicher noch die ein oder andere Email ausgetauscht. Ich würde mir wünschen, dass auch im Nachgang mit einigen der Referenten ein konstruktiver Austausch stattfindet.

Der einzige Wehmutstropfen war, dass der Versuch mit dem iPod meinen Vortrag aufzuzeichnen daneben ging. Von daher kann ich hier nur die Folien ohne Audiostream zur Verfügung stellen. Hoffe es stößt trotzdem auf Interesse. Und wie immer freue ich mich über Kommentare und Anregungen.


Schülertests zu 21st Century Skills

2009/08/11

Das THE Journal veröffentlichte gestern die Meldung [hier], dass der US-Bundesstaat South Dakota alle 8. Klässler bezüglich ihrer 21st Century Skills (gibt es hierfür einen deutschen Begriff?) testet. Der Test wurde von dem Anbieter Learning.com entwickelt und beinhaltet neben Multiple-choice-Aufgaben auch Anwendungsaufgaben aus folgenden Kategorien:

  • Communication and Collaboration
  • Research and Information Fluency
  • Critical Thinking, Problem Solving and Decision Making
  • Digital Citizenship
  • Technology Operations and Concepts
  • Creativity and Innovation

Ich finde die Idee wirklich begrüßenswert und auch die Auswahl der Fähigkeiten und Kompetenzen klingt sinnvoll und vielversprechend – auch wenn mir bewusst ist, dass die Kategorien noch keinen Aufschluss darüber geben, was genau darunter summiert wird.

Weiß jemand, ob es solche Bestrebungen auch in Deutschland gibt oder ob es ein entsprechendes Instrumentarium für den deutschsprachigen Raum gibt?

Ansonsten, was meint ihr? Sind die Kategorien in der Form ausreichend oder sollten diese noch ergänzt werden? Was ist eurer Meinung nach im 21. Jahrundert eine Kernkompetenz?

Bin gespannt, welche Antworten und Vorschläge als Kommentare eintrudeln.


Reading in the Sun

2009/08/09

Reading in the Sun Heute habe ich den sonnigen Nachmittag genutzt, um im Stadtpark – fernab von Computer   und Internet – meinen Stapel mit noch zu lesender Literatur ein wenig abzuarbeiten.

Als erstes nahm ich mir die (soweit ich weiß bisher noch) unveröffentlichte Examensarbeit von Anna Folke, einer Absolventin hier von der PH Weingarten, vor. Diese trägt den Titel „Der Einsatz von Web2.0 im Englischunterricht. Durchführung und Evaluation einer Unterrichtseinheit“.

Zunächst geht die Autorin darin allgemein auf den Begriff des Web 2.0 und verschiedene Anwendungen ein, bevor sie mögliche Einsatzszenarien und Potentiale für deren Nutzung im Schulunterricht erläutert. Anschließend beschreibt sie ihre Erfahrungen beim Einsatz eines Weblogs im Englischunterricht der 10. Klasse an einer Hauptschule.

Von der theoretischen Seite brachte mir die Lektüre keinen neuen Erkenntnisse, aber einige Literaturhinweise fand ich interessant (auch wenn sich diese größtenteils speziell auf den Sprachunterricht beziehen). Vor allem folgende vier Beiträge werde ich mir nochmals näher anschauen:

  1. Dorok, S. (2006). Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Podcasts als Methode zur Verlagerung von Hörverstehens- und Sprachproduktionsaufgaben in die Hausaufgaben der Klasse 8b des Mariengymnasiums Arnsberg. [PDF]
    Frage: Inwieweit kann mittels Web 2.0-Tools eine Brücke zwischen Lernen in der Unterrichtsstunde und informellem Lernen zu Hause geschlagen werden? Inwieweit biete dies den Schülern die Möglichkeit, das Lerntempo an ihre Bedürfnisse anzupassen?
  2. Meister, D. & Meise, B. (2008). Medienkompetenz als lebenslange Herausforderung. In: Deutsche UNESCO-Kommission e.V. (Hrsg.). UNESCO heute. Wissen im Web, Heft 1/2008.
    Frage: Inwiefern ändern sich durch den Einsatz von Web 2.0-Tools auch die Anforderungen an die Kompetenz der Nutzer?
  3. Röll, M. (2005). Corporate E-Learning mit Weblogs und RSS. Handbuch E-Learning. [PDF]
  4. Sharma, P. & Barett, B. (2007). Blended Learning. Using Technology in and beyond the Language Classroom. Oxford: Macmillan Education.

Spannender fand ich die Reflexionen über die durchgeführte Unterrichtseinheit. Hier erhielt ich einige Anregungen und Ideen, die ich für die Durchführung meiner Untersuchung in der Schule im Hinterkopf behalten sollte. Daher will ich diese hier kurz stichpunktartig festhalten:

  • Nach Möglichkeit das Vorhaben persönlich auf einem Elternabend vorstellen und um Unterstützung bitten (anstatt eines Elternbriefs).
  • Bedenken, dass trotz alle Berichte über die „digital natives“ scheinbar oftmals noch Probleme beim Einrichten der Zugänge auftreten, weil Schüler entweder keine Emailadresse haben oder ihre Zugangsdaten nicht mehr wissen. Außerdem sicherstellen, dass allen Schülern ein Internetzugang zur Verfügung steht, was wohl zu Hause auch nicht selbstverständlich ist.
  • Zur Unterstützung der Schüler Anleitungen zum Umgang mit dem Weblog (Veröffentlichen von Beiträgen, Einbinden von Bildern und Videos, etc.) als Download zur Verfügung stellen.
  • Mit den Schülern Umgangsformen beim Kommentieren besprechen, schriftlich festhalten und als Datei hinterlegen.

Da in der Arbeit der Einsatz eines Klassen-Weblog untersucht wurde, bin ich nochmals ins Grübeln gekommen. Ist dieses Vorgehen eventuell sinnvoller als jedem Schüler einen eigenen Blog zur Verfügung zu stellen? Darüber mache ich mir bereits seit einiger Zeit Gedanken. Über Erfahrungsberichte oder Hinweise zu entsprechenden Vergleichsuntersuchungen wäre ich daher sehr dankbar.

Meine zweite Lektüre war Cross, J. E. et al. (2009). Using Mixed-Method Design and Network Analysis to Measure Development of Interagency Collaboration, ein Artikel aus der aktuellen Ausgabe des American Journal of Evaluation.

Den Beitrag hatte ich mir vorgemerkt, da ich kurz mit dem Gedanken spielte, in Rahmen meines Dissertationsvorhabens auch eine Netzwerkanalyse zu machen, um neben der Selbsteinschätzung der Schüler noch weitere Daten zur sozialen Eingebundenheit zu bekommen. Inzwischen denke ich, dass dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde. Aber sollte ich nochmals auf das Thema zurückkommen, ist dieser Artikel zusammen mit

Frank, K. A. (1998b). Quantitative methods for studying social context in multilevels and through interpersonal relations. Review of  Research in Education, 23, 171-216.

eine gute Ausgangsbasis. Denn ich bin nach wie vor dasvon überzeugt, dass die Anwendung von  Netzwerkanalysen zur Untersuchung des Einsatzes von Web-2.0-Tools in Lehr-Lern-Szenarien ein spannendes Thema ist und interessante Erkenntnisse verspricht. Auch hier die Frage: Hat jemand bereits erste Erfahrungenin dem Bereich gesammelt oder kennt entsprechende Untersuchungen?

Bildquelle: flickr


Beitrag angenommen

2009/08/07

Es ist schon einige Wochen her, dass ich über Twitter via @cspannagel (er hat hier auch in seinem Blog darauf hingewiesen) auf einen Workshop zu „The potential of social software for knowledge creation and economics performance“ aufmerksam wurde.

Die Ausschreibung fand ich aus zweierlei Gründen interessant. Zum einen richtete sie sich  explizit an „junior researchers“ und somit an potentielle Leidensgenosse :) Zum anderen ist der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und dem Institut für Wissensmedien veranstaltete Workshop interdisziplinär ausgerichtet. Vor allem letzteres hat mich dazu bewogen einen Beitrag einzureichen. Da ich an einer Pädagogischen Hochschule promoviere liegt mein Fokus bezüglich Web 2.0 eindeutig auf dessen Einsatzmöglichkeiten fürs Lehren und Lernen. Auch die Blogs und Websites, die ich regelmäßig lese – dabei fällt mir ein, dass ich noch eine Blogroll erstellen wollte – drehen sich um diesen Schwerpunkt und so bin ich nicht wirklich auf dem Laufenden, wie sich andere Forschungsdisziplinen des Themas annehmen.

Lange Rede, kurzer Sinn – obwohl die Ausschreibung nahe legte, dass der thematische Schwerpunkt des Workshops auf dem ökonomischen Potential von Social Software liegt, habe ich mein Glück versucht und einen Beitrag eingereicht. Umso mehr freut es mich, dass ich heute folgende Email erhalten habe:

Dear Christian Schmidt,
we are pleased to inform you that your paper entitled „Using weblogs at school to prepare today’s students for their (professional) life“ has been accepted for presentation at the Workshop on  „The potential of social software for knowledge creation and economic performance“, to be held by KMRC and ZEW in Mannheim on November 6 – 7, 2009.

Jetzt hoffe ich nur noch auf spannende Diskussionen, interessante Beiträge und darauf, dass die Veranstalter ihren Vorsatz beherzigen und ausreichend Zeit für den informellen Austausch zwischen den Teilnehmern einplanen. Bei dem Workshoptitel dürfte vor Ort ja für Internetzugang gesorgt sein, so dass ich versuchen werde live zu berichten.

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Christian Spannagel für die Ankündigung und natürlich das KMRC, das sich freundlicherweise bereiterklärt hat die Reise- und Übernachtungskosten zu sponsern.


Reflexion: Seminar „Medienrecht“

2009/08/04

„Sie sollten Ihre Erlebnisse einem Tagebuch anvertrauen“. Das stand diese Woche in meinem Horoskop. Auch wenn ich in der Regel nicht so viel darauf gebe, was die Sterne sagen und ich mich sowieso eher über Liebesglück oder beruflichen Erfolg gefreut hätte, so erinnerte es mich doch daran, dass ich seit längerem hier mal wieder etwas posten wollte.

Da trifft es sich gut, dass letzten Dienstag die letzte Sitzung im Seminar „Medienrecht“ und somit auch die letzte Erhebung im Rahmen meiner begleitenden Untersuchung stattfand. Höchste Zeit also, mal über den Seminarverlauf zu reflektieren.

Rahmenbedingungen: Das Seminar fand im 4. Semester des Studiengangs „Medien- und Bildungsmanagement“ statt und wurde von insgesamt 23 Studierenden besucht. Neben 2 SWS Präsenzlehre waren jeweils noch 4 SWS Selbstlernphase als Rahmenbedingungen vorgegeben. Hierzu setzte ich neben der wöchentlichen Veranstaltung seminarbegleitende Weblogs ein. Diese sollten den Studierenden als Plattform dienen, um über eigene Erlebnisse zu berichten, aber auch um die Lösungen zu den gestellten Fallaufgaben mit ihren Kommilitonen zu diskutieren. Die Inhalte der Weblogs gingen letztlich nicht in die Endbenotung ein.

Seminarinhalte und Seminarverlauf: Bei der Strukturierung des Seminars habe ich mich relativ eng an die Gliederung von Frank Fechners Lehrbuch zum Medienrecht gehalten. Zum einen, weil dort ein sehr breites Themenspektrum abgedeckt wird und zum anderen, weil ich während meines Studiums an der TU Ilmenau bei ihm Medienrecht hatte und das Vorgehen damals als sinnvoll empfand. In den ersten Terminen ging es um allgemeine Bereiche des Medienrechts (Mediengrundrechte, Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Jugendschutz, etc.), in den späteren Veranstaltungen wurden dann Rundfunk, Presse, Film und Multimedia näher behandelt. Bei der abschließenden Feedbackrunde fanden die Studierenden sowohl die Gliederung als auch die inhaltliche Breite sehr gut, wobei es zeitlich gegen Ende schon knapp wurde. Während der Veranstaltungen fiel mir auf, dass die Studierende durchaus an den Themen interessiert waren, es aber mit der Zeit immer recht laut wurde. Das war auch einer der am öftesten geäußerten Kritikpunkte und ich hätte hier vielleicht konsequenter durchgreifen sollen. Zwar versuchte ich die Studierende möglichst oft in die Seminargestaltung einzubeziehen, aber irgendwie half auch das nicht. Für das nächste Mal muss ich mir hier vielleicht ein neues Konzept überlegen, wie ich das doch recht trockene Thema besser vermitteln, die Studierenden noch mehr einbeziehen und dennoch alle Inhalte behandeln kann.

Weblogeinsatz: Wie bereits erwähnt, sollten die Weblogs zum einen für die Studierende als persönliches Portfolio dienen, zum anderen aber auch als Diskursplattform, um über die Fallbeispiele zu diskutieren. Dies geschah jedoch nicht in dem erhofften Maße. Zum einen war es sicher ungeschickt, dass ich den Studierenden in der ersten Sitzung mehrere Blog-Anbieter nannte und somit verschiedene genutzt wurden. Dies machte die Vernetzung etwas komplizierter. Zum anderen nannten die Studierenden als Grund, dass das Bloggen zu zeitaufwendig wäre. Da die Blogbeiträge nicht in die Endnote mit einflossen, investierten sie die Zeit lieber in andere Projekte. Ein Studierender sagte hingegen, dass Bloggen für ihn eher eine Freizeitaktivität sei und der verpflichtende Einsatz ihm eher die Lust daran genommen habe. Hier werde ich auch nochmals genauer darüber nachdenken müssen und hoffe, dass die Auswertung der Befragungen mir weitere Aufschlüsse gibt.

Seminarbegleitende Studie: Da ich mich im Rahmen meiner Dissertation vor allem mit den Auswirkungen des Weblogeinsatzes in der Schule auf die Motivation und Reflexion der Schülerinnen und Schüler beschäftige, habe ich das Seminar als Anlass genommen, um mir in einer Vorstudie anzuschauen, wie sich das Bloggen auf die Parameter der Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan im zeitlichen Verlauf auswirkt und ob es hier eventuell „kritische“ Phasen im Seminarverlauf gibt, auf die der der Lehrende durch gezielte Unterstützung reagieren sollte. Hierzu wurden die Studierenden zu vier Zeitpunkten (etwa alle 4 Wochen) befragt. Als Grundlage für die Fragebögen wurden die Basic Psychological Needs Scales verwendet und um die Skala zum Interesse aus dem Intrinsic Motivation Inventory (jeweils bezogen auf Weblogs und das Themengebiet Medienrecht) sowie eigene Items ergänzt. Sobald ich die Daten ausgewertet habe, werde ich an dieser Stelle nochmals genauer darüber berichten.

Fazit und erste Überlegungen: Dafür, dass es das erste Seminar war, das ich in dieser Form gestaltet habe, bin ich recht zufrieden. Auch die Rückmeldung der Studierenden war ganz okay. Allerdings gibt es auch noch einige Dinge, die verbessert werden können. Zum einen überlege ich, ob es nicht sinnvoller wäre, nächstes Mal die wöchentliche Veranstaltung durch ein Tutorium zu ergänzen, in dem die Fallbeispiele gemeinsam bearbeitet werden. Dies ließe auch zeitlich mehr Spielraum, um die Studierenden aktiver in die Seminargestaltung mit einzubeziehen. Eine Reduzierung der Inhalte erachtete die Mehrheit nämlich in der Feedbackrunde für nicht sinnvoll. Im Gegenteil, einige fänden ein begleitendes Tutorium nützlich, um die Themen anhand weiterer Praxisbeispiele zu verdeutlichen und zu vertiefen. Zum anderen muss ich auch den Einsatz der Weblogs nochmals überdenken. Eventuell wäre ein einzelner Seminarblog, in dem alle Teilnehmer Beiträge veröffentlichen können, besser und würde das Aufkommen von Diskussionen fördern. Auf jeden Fall sollten das nächste Mal alle Blogs bei einem Anbieter gehostet werden, um die Vernetzung zu vereinfachen. Unschlüssig bin ich mir auch, ob die Blogbeiträge in die Benotung einfließen sollten. Sicher wäre das Engagement dann deutlich höher, auf der anderen Seite soll das Seminar unter anderem dazu ermuntern, erste Erfahrungen mit dem Medium zu sammeln und gegebenenfalls Lust am Bloggen wecken. Extrinsische Motivation finde ich hier eher kontraproduktiv, zumal auch die Studierende sehr unterschiedliche Vorerfahrungen mit Web-2.0-Tools haben. Einigen wird das Bloggen und die Bloggestaltung daher leichter fallen als anderen, was gerade bei den „Unerfahrenen“ wieder Frustration hervorrufen könnte. Also, noch einige offene Punkte, aber bis zum nächsten Sommersemester ist ja noch etwas Zeit :)

Falls jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder sonstige Ratschläge hat – Kommentare sind wie immer erwünscht. Also, was denkt ihr dazu?


Folien zu meinem Vortrag auf der eLearning Baltics

2009/06/24

Letzte Woche war ich in Rostock-Warnemünde auf der eLearning Baltics. Die Konferenz war interessant und die Location wirklich super. Vor allem die Keynote von Roger Larsen hat mich zum Nachdenken über mögliche Entwicklungen beim webbasierten Lernen angeregt. Leider musste ich bereits Donnerstagabend abreisen, so dass ich nicht nur die Strandparty, sondern auch die Keynote von Prof. Risku über „Learning in a Network Society“ verpasst habe. Aber vielleicht war ja jemand dort und kann mir berichten.

Anbei noch die Folien zu meiner Präsentation im Workshop „Motivationsmaßnahmen in eLearning-Projekten“.

Nachdem in den vorherigen Vorträgen konkrete Projekte aus Unternehmen und Hochschulen vorgestellt wurden, habe ich versucht eher auf die theoretischen Aspekte bezüglich des Lernens mit Weblogs einzugehen und Bezug auf die vorherigen Beiträge zu nehmen. Das Feedback war durchweg positiv, so dass ich davon ausgehe, dass dies der richtige Weg war.


ZDF und YouTube starten Plattform für politischen Dialog

2009/06/14

Ich weiss nicht ob es nur mir so geht, aber bisher habe ich in den Medien kaum etwas über „Open Reichstag“ gehört, gelesen oder gesehen. Dabei geht die Kooperation zwischen ZDF und YouTube bereits in die zweite Woche. Inspiriert, wie könnte es in diesem Superwahljahr anders sein, vom Wahlkampf Barack Obamas, soll „Der YouTube-Kanal zur Bundestagswahl ‘09″ vor allem Jungwählern eine Möglichkeit bieten, sich zu informieren und aktiv in den politischen Diskurs einzubringen.

Das Projekt untergliedert sich dabei laut Pressebericht des ZDFs in drei Phase:

Zunächst werden sich wöchentlich die Spitzenkandidaten der Bundestagsparteien mit ihrer „Sonntagsfrage“ an die User wenden. Diese haben dann die Möglichkeit, per Videobotschaft hierauf zu antworten. Nach dem Start von Jürgen Trittin in der letzten Woche, interessiert sich aktuell zum Beispiel Gregor Gysi für nichts Geringeres als unsere Visionen zum Zusammenleben der Menschheit.

Ab dem 19. Juli werden die Politiker dann durch prominente Paten, wie etwa Markus Kavka, ersetzt. Diese stellen in ihren Videos kontroverse politische Thesen zur Diskussion. Auch hier haben die Zuschauer die Möglichkeit per Video oder Forenbeitrag dazu Stellung zu beziehen und per Onlinevoting über die Thesen abzustimmen.

In den letzten 11 Tagen vor der Wahl werden dann nochmals die Höhepunkte der vorherigen Debatten zusammengefasst und sollen als Information für noch unentschlossene Wähler dienen. Im Anschluss an den 27. September können dann auf „Open Reichstag“ die Ergebnisse und möglichen Koalitionen diskutiert werden.

Flankiert wird das ganze Projekt durch die TV-Wahlberichterstattung des ZDF. So werden die Videoantworten der Nutzer auch als Filmeinspieler für andere Sendungen genutzt und auf diesem Wege in den Offlinediskurs eingehen.

Auch wenn man mit „Open Reichstag“ vor allem die bereits politisch interessierten Jungwähler erreichen wird, finde ich es einen innovativen Versuch, diese aktiv in politische Diskussionen einzubeziehen. Und das YouTube als Verbreitungsplattform für politische Videobotschaften bereits eine hohe Akzeptanz bei den Wählerinnen und Wählern hat, belegen nicht zuletzt die Abrufzahlen, die politik-digital.de anläßlich der Europawahl ausgewertet hat.

Ich bin zumindest gespannt, wie sich das Projekt entwickeln wird. Was denkt ihr? Glaubt ihr diese Art der politischen Partizipation hat Zukunft? Oder ist gar der Schlüssel zu einer deliberativen Demokratie?