11./12. November 2011: Open Data Barcamp und Hackday in Friedrichshafen

2011/10/18

Eigentlich wollte ich meine Barcamp-Jungfräulichkeit schon längst verloren haben und war mir ziemlich sicher, dass dies bei einem Camp rund ums Themenfeld „Lehren und Lernen (mit Medien)“ geschehen wird. Aber nachdem es terminlich bisher weder mit einer Teilnahme bei einem der Educamps noch mit dem CorporateLearningCamp geklappt hat, wird sich mein erstes Barcamp wohl mit der Frage nach der sinnvollen Verwendung öffentlich zugänglicher Daten beschäftigen.

Am 11. und 12. November 2011 veranstaltet das Deutsche Telekom Institute for Connected Cities (TICC) der Zeppelin Universität gemeinsam mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg ein zweitägiges Treffen im Stil von Barcamp und Hackday zu den Möglichkeiten der Nutzung offener Daten. Ziel der Veranstaltung ist es zu zeigen, dass sich innerhalb kurzer Zeit und ohne großes Budget kreative und innovative Prototypen und Anwendungen programmieren lassen, mit denen man die Daten aus Politik und öffentlicher Verwaltung zugänglich und nutzbar machen kann.

Los geht es am Freitag den 11. November mit einem Barcamp zur Orientierung, Information und Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Hier können erste Konzepte entwickelt werden, die dann am folgenden Tag beim Hackday in konkrete Anwendungen und/oder Websites umgesetzt werden sollen.

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, engagierten Programmierer, Webentwickler, Grafik- und UI-Designer, Wissenschaftler, Journalisten oder sonstige Personen, die sich mit der Frage der sinnvollen Nutzung öffentlicher Daten beschäftigen wollen, sind herzlich eingeladen sich an der Veranstaltung aktiv zu beteiligen und ihre Ideen einzubringen.

Weitere Informationen und die Anmeldung findet man unter

http://hackday.friedrichshafen.de


JUnQ – Gute Idee mit Optimierungspotential

2011/08/14

Heute Morgen stolperte ich bei Spiegel-Online über einen Artikel mit der Überschrift „Magazin des Scheiterns: Hier schreiben die Wissenschaftsversager“. In dem Beitrag wird das „Journal of Unsolved Questions“ (JUnQ) vorgestellt, welches von zwei Doktoranden an der Universität Mainz gegründet wurde und aus einem Workshop der dortigen Graduiertenschule „Material Science“ hervorging.

Ich weiß jetzt nicht, ob einer der Workshop-Teilnehmer meinen Blogbeitrag gelesen hat, in dem ich meine Gedanken zu einer „Publikationsmülltonne“ festhielt, aber jedenfalls hatte ich eine Art Déjà-vu. Denn genau wie bei meinen Überlegungen ist das JUnQ eine Plattform zur Veröffentlichung von Forschungsvorhaben, deren Ergebnisse keine Schlüsse zulassen oder bei denen sonst irgendetwas schief gelaufen ist. Also eine Möglichkeit Ergebnisse zu publizieren, die in keinem der „renommierten“ Journals gedruckt würden, für weitere Untersuchungen jedoch durchaus relevant sein könnten, um bereits gemachte Fehler nicht zu wiederholen.

Zunächst hat mich bei dem Spiegel-Artikel etwas irritiert, dass dort von Druckkosten die Rede war. So befürchtete ich gleich, dass es sich um eine kostenpflichtige Zeitschrift handelt, man also die Forschungsergebnisse zwar aus den Schubladen der Wissenschaftler ans Tageslicht befördert, aber gleich wieder hinter einer Kostenmauer versteckt. Aber Gott sei Dank ist dem nicht so. Es gibt zwar eine kostenpflichtige Printausgabe in kleiner Auflage, allerdings sind alle Ausgaben – und weitere Beiträge – auch auf der Website der Zeitschrift kostenlos erhältlich. Insgesamt also echt eine tolle Sache, die aber durchaus noch Verbesserungspotential besitzt.

Zum einen würde ich mir eine engere Verknüpfung der eigentlichen Zeitschrift mit der Website wünschen, so dass auch die Möglichkeit besteht, neben einem Paper zum Forschungsvorhaben weitere Dokumentationen, Erhebungsinstrumente oder gar Datensätze frei zugänglich zu machen. Am Besten natürlich unter einer entsprechenden Lizenz, die eine weitere Verwertung durch die Community erlaubt.

Zum anderen verstehe ich nicht, weshalb es einen Review-Prozess gibt, bei dem alle eingereichten Beiträge durch zwei Experten auf dem entsprechende Forschungsgebiet begutachtet werden. Was sind denn hier die Kriterien für eine Aufnahme in das Journal? Das etwas noch schiefer lief als bei einem anderen Projekt? Hier fände ich ein Open Peer Review unter Einbeziehung der Community wesentlich hilfreicher. Zwar mag in der gedruckten Zeitschrift nicht für alle eingereichten Beiträge Platz sein, so dass hier eine Auswahl getroffen werden muss, aber im Netz ist dies bekanntlich kein Problem. Durch eine Öffnung könnten  hier viel  mehr „verkorkste“ Studien publik gemacht und somit aus viel mehr Fehlern gelernt werden.

Und da aller guten Wünsche bekanntlich drei sind, wäre eine verbesserte Suchfunktion auf der Website wünschenswert beziehungsweise bei einer Berücksichtigung der beiden vorherigen Verbesserungswünsche auch notwendig. Hier stelle ich mir vor, dass man die Inhalte nach Fachgebieten, Methoden und Schlüsselwörtern filtern und durchsuchen kann, so dass jeder schnell zu den für ihn interessanten Inhalten gelangt.

Wie gesagt, ich denke das JUnQ ist eine gute Idee und ich freue mich, dass hier ein Versuch unternommen wird, um auch das „Scheitern in der Wissenschaft“ – wobei ich eher von Lernanlässen sprechen würde – öffentlich zugänglich zu machen und Fehlvorstellungen durch den „publication bias“ entgegenzuwirken. Allerdings denke ich, dass die Umsetzung durchaus ausbaufähig ist. Die oben genannten Wünsche sollten technisch kein Problem darstellen und – gerade auch mit Unterstützung des Stiftverbands für die Deutsche Wissenschaft – finanziell realisierbar sein.

Ich bin jedenfalls gespannt wie es weitergeht und hoffe, dass sich auch das themtische Spektrum noch etwas weiten wird. Heute Abend werde ich jedenfalls noch etwas in den bisher erschienen Veröffentlichungen stöbern. Denn mal ehrlich, wer von uns hat sich noch nie die Frage gestellt, ob Zwergschimpansinnen Orgasmen vortäuschen :)

Bildquelle: Wikimedia Commons (Fotograf: Joadl)


Totgeglaubte leben länger

2011/01/10

Wahrscheinlich ist es niemandem wirklich aufgefallen, aber hier im Blog war es die letzten Monate recht ruhig… oder um es genauer zu sagen, der letzte Beitrag liegt schon knapp neun Monate zurück. Aber warum ist das so?

Es wäre denke ich etwas zu einfach zu sagen, ich hätte wegen der Hauptstudie für mein Dissertationsprojekt, diverse Beiträge bei Tagungen oder sonstigen Dingen, die zu erledigen und organisieren waren, keine Zeit zum Bloggen gehabt. Zwar mag das teilweise stimmen, ich hatte viel zu tun und erfreulicherweise auch gute Fortschritte gemacht, aber im Endeffekt wäre es eine plumpe Ausrede. Vielmehr ist es so, dass ich die letzten Monate einfach keine Lust zum Bloggen hatte. Ich habe weder Beiträge verfasst, noch in gewohntem Umfang andere Blogs verfolgt, geschweige denn kommentiert. Eigentlich hatte ich mich aus dem Social Web – eine Ausnahme ist vielleicht Facebook – ausgeklinkt. Über die genauen Gründe dafür reflektiere ich selber noch, denn es war keine bewusste Entscheidung, sondern eher ein schleichender Prozess.

In den letzten Tagen stieg in mir jedoch wieder zunehmend der Drang den Blog zu reaktiveren. Ich merkte, dass ich über viele Dinge nachdachte und diese irgendwo dokumentieren/ausdrücken wollte. Nicht unbedingt nur Sachen meine Arbeit betreffend, sondern auch allgemeine Gedankengänge. Mal sehen wohin das führt.

Aber lange Rede kurzer Sinn: Sollte der ein oder andere Crossyard 2.0 bereits für tot erklärt und aus seinem RSS-Reader aussortiert haben, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt das zu ändern… denn Totgeglaubte leben länger.

Bildquelle:  Wikipedia


Rückblick: The kids were alright

2010/03/17

Letzten Freitag war es also soweit. Nachdem sich meine Aufregung seit der Ankündigung hier stetig gesteigert hatte, hielt ich meine erste Vorlesung im Rahmen der Kinderuni Ravensburg-Weingarten. Vor rund 100 jungen Zuhörern referierte ich zum Thema „Darf man alles glauben, was die Medien zeigen?“. Wobei referieren nicht das richtige Verb ist. Mein Plan war es von Anfang mit den Kindern in einen Dialog zu treten – inzwischen habe ich erfahren, dass der korrekte Fachterminus dafür „Unterrichtsgespräch“ ist – und möglichst wenig Monologe zu halten. Und ich muss sagen, der Plan ging auf.

Die Kids waren interessiert, haben sich super an der Veranstaltung beteiligt und waren echt fit, was das Thema Medien und die Glaubwürdigkeit von Bildern anging. Selbst über die geschichtliche Entwicklung der Photographie hatte der ein oder andere offensichtlich schon was gehört. Wenigsten konnte ich sie dann im Anschluss noch mit einigen Bildmanipulationen etwas erstaunen und auch den ein oder anderen Lacher ernten, bevor wir dann zum eher medienkritischen Teil kamen.

Hier ging ich nochmals auf bewusste Bildmanipulationen, vor allem im Bereich der Werbung und der Modebranche, ein. Der Vergleich eines Burgers auf den Plakaten mit dem, den man dann am Ende auf seinem Tablett hat, verfehlte dabei seine Wirkung ebenso wenig wie das folgende Video:

Am Ende hoffe ich, dass es für die Kinderstudierende interessante und auch lehrreiche 45 Minuten waren.

Meinerseits bleibt eigentlich nur festzuhalten, dass es nicht nur halb so schlimm war, wie befürchtet, sondern im Gegenteil sogar richtig Spaß gemacht hat. Und ich hoffe bei der  nächsten Kinderuni wieder dabei sein zu dürfen. Die Arbeit mit den Kids ist echt erfrischend und eigentlich hat mich die Veranstaltung in meinem schon länger gefassten Beschluss bestärkt, nach der Dissertation noch ein Praktikum im Waldkindergarten zu machen. Ein pädagogisches Konzept, dass ich echt super finde… aber das ist ein anderes Thema.

Für diejenigen, die wissen wollen wie die Vorlesung von Zuhörerseite aus verlief – hier gibt es den Pressetext und die Fotos der anwesenden Journalistin.

Zum Schluss noch mein persönliches Highlight an dem Tag. Nach der Veranstaltung kam ein kleines Mädchen (ich schätze so 5 Jahre alt) zu mir und wollte wissen, wie es mir denn auf dem Mond gefallen habe. Zuerst wusste ich nicht genau, was sie meinte, bis mir einfiel, dass ich ein Bild gezeigt hatte, bei dem ich mich aus einem Urlaubsfoto freigestellt und vor die erste Mondlandung retouchiert hatte. Musste da doch schmunzeln und hab’ ihr die Sache mit der Bildbearbeitung dann nochmals erklärt. Fand ich jedenfalls echt süß :)


Rückblick: Workshop „Auswertungsmethoden der Qualitativen Sozialforschung“

2010/03/07

Letzte Woche fand an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg ein zweitägiger Workshop zu „Auswertungsmethoden der Qualitativen Sozialforschung“ statt. Den Schwerpunkt legten die beiden Referentinnen Stephanie Bethmann und Debora Niermann dabei auf eine induktive Kategorienbildung nach dem rekonstruktiv-hermeneutischen Ansatz, wobei sie vor allem das von ihnen angewendete integrierte texthermeneutische Verfahren näher vorstellten.

Nachdem am ersten Tag zunächst die Kernprinzipien und die methodischen Grundlagen qualitativer Forschung vorgestellt wurden, beschäftigten wir uns intensiver mit den Differenzen und Gemeinsamkeiten von rekonstruktionslogischen und inhaltsanalytischen Verfahren. Nach dieser theoretischen Einführung ging es am Nachmittag um die Erstellung von Interviewleitfäden und Fragetechniken sowie um die Methodik des integrierten texthermeneutischen Verfahrens. Auswertungsheuristiken wie die Agency-, Positioning- und Metapheranalyse sowie das Paradigma der Verlangsamung wurden dann auch gleich an Textbeispielen eingeübt. Der zweite Workshoptag stand danach ganz im Zeichen des praktischen Arbeitens. In mehreren Arbeitsgruppen wurden Interviewtranskripte und Leitfäden der Teilnehmer analysiert und Verbesserungsvorschläge für das weitere Vorgehen gegeben.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich die beiden Tage wirklich spannend und erkenntnisreich fand, auch wenn das vorgestellte Vorgehen für meine Dissertation eher nicht das Mittel der Wahl sein wird. Der integrierte texthermeneutische Ansatz mag ein mächtiges Verfahren für spezifische Erkenntnisinteressen, zum Beispiel um Sozialstrukturen in Gruppen zu rekonstruieren, sein, ist aber auch sehr zeitintensiv. Für meine Fragestellungen wäre ein solches Vorgehen absolut überdimensioniert, zumal ich als Einzelkämpfer es gar nicht stemmen könnte. An zwei Zeilen Transkript haben wir in den Arbeitsgruppen gut und gerne mal 45 Minuten analysiert. Auch wenn das mit zunehmender Routine etwas schneller gehen mag, so stellte ich mir da die Reaktion meiner Kolleginnen vor, wenn ich ihnen 400 Seiten Transkript vorlege und um ihre Hilfe bei der Auswertung bitte :) Ich denke um solche Methoden anwenden zu können bedarf es auch eines geeigneten Forschungsumfelds und entsprechender Projektteams. Allerdings werde ich sicher bei der Kategorienbildung zukünftig wesentlich sensibler vorgehen und versuchen alternative Lesarten nicht vorschnell auszuschließen.

Die zweite wichtige Erkenntnis, die ich aus Ludwigsburg mitnehme ist, dass ich mich nochmals intensiver mit meinen Forschungsinstrumenten und dem Untersuchungsdesign beschäftigen muss. Zum einen erhielt ich in der Arbeitsgruppe am zweiten Tag zahlreiche konkrete Verbesserungsvorschläge zu meinen Interviewleitfäden – an dieser Stelle nochmals vielen Dank für die ganzen Hinweise – zum anderen hat mich die Diskussion daran zweifeln lassen, ob die Verknüpfung der quantitativen mit den qualitativen Daten in der bisher angedachten Art und Weise überhaupt sinnvoll ist. Aber hierauf gehe ich demnächst in einem gesonderten Beitrag nochmals genauer ein.

Letztendlich bleibt festzuhalten, es waren zwei interessante Tage in Ludwigsburg, die viele neue Fragen aufgeworfen und neue Erkenntnisse geliefert haben. Vielen Dank auch an die anderen Teilnehmer für die konstruktive und angenehme Arbeitsatmosphäre sowie natürlich an die Organisatoren Martina von Zimmermann und Prof. Niesyto.

Bildquelle: Flickr (Fotograf: gerhard.loub)


Neues Jahr, neues Glück

2010/01/11

Schon wieder sind 12 Monate vorbei und ich starte in ein neues (Lebens-)Jahr. Während den freien Tagen hatte ich einige Zeit nicht nur um nochmals auf 2009 zurückzuschauen, sondern mir auch Gedanken darüber zu machen, was 2010 wohl so bringen könnte und was ich mir so persönlich als Ziele vornehme.

Auf jeden Fall wird das kommende Jahr nochmals ganz im Zeichen meiner Diss stehen. Hier werde ich sicher noch einige Anstrengungen unternehmen müssen, damit endlich mal ein Ende absehbar wird. Gleichzeitig will ich versuchen mein Zeitmanagement zu optimieren und so eine ausgewogenere Work-Life-Balance hinzubekommen. Dummerweise bin ich eher der Typ, der einen gewissen Druck braucht um produktiv zu sein. Bisher war dies meist Zeitdruck. Um diesen Zielkonflikt aufzulösen, nehme ich mal die Anregung von eLEx auf der Lernspielwiese auf und versuche den Zeitdruck durch sozialen Druck zu ersetzen und publiziere hier meine „guten Vorsätze“.

Also, hier einige meiner Ziele für 2010:

  • meine Studie durchführen und die Datenerhebung abschließen
  • Auswertung der quantitativen Daten fertigstellen und mit den qualitativen Daten anfangen
  • Theorie- und Methodenteil meiner Dissertation fertig schreiben
  • mindestens drei Paper bei Konferenzen einreichen
  • versuchen einen Aufsatz in einem Journal oder einem Sammelband zu platzieren
  • mehr Sport machen und den Fjällräven Classic erfolgreich meistern
  • und natürlich hier über die Schritte zur Zielerreichung berichten :)

In Aufzählungsform sieht das jetzt gar nicht mehr so unrealistisch aus, aber denke es ist ambitioniert genug. Mal sehen was ich dann im Dezember erreicht habe.

Auf jeden Fall wünsche ich euch allen ein frohes und erfolgreiches Jahr, dass ihr eure persönlichen Ziele erreicht, weiterhin hier ab und an vorbeischaut und Kommentare hinterlasst. In diesem Sinne…

Bildquelle: Flickr (Fotograf: Doblonaut)


Ein Blick zurück… das war 2009

2009/12/22

Inzwischen brennen alle Kerzen des Adventskranzes und das Jahr nähert sich dem Ende. Bevor ich morgen in meinen wohlverdienten Weihnachtsurlaub starte und mich zwei Wochen ins Leben 1.0 zurückziehe, will ich aber die Gelegenheit nutzen und hier nochmals einen Blick zurück werfen und das Jahres 2009 Revue passieren lassen.

Aus beruflicher Perspektive, wenn man als Stipendiat überhaupt von einer solchen sprechen kann, war das Jahr meines Erachtens recht erfolgreich. Ich denke, dass bei meiner Promotion endlich der Knoten geplatzt ist. Als Quereinsteiger fühle ich mich inzwischen auf dem Gebiet der pädagogischen Psychologie nicht nur einigermaßen sicher, sondern erschreckenswerter Weise sogar recht wohl. Auf jeden Fall habe ich nicht ohne einen gewissen Stolz festgestellt, dass nach knapp 2 Jahren der Annäherung mein Betreuer und ich die „gleiche Sprache“ sprechen, was doch sehr motivierend ist. Manchmal erschrecke ich sogar selbst über mich und wie sehr ich von meinem Umfeld indoktriniert wurde :) Entsprechend bin ich auch mit meinen Vorträgen in diesem Jahr sehr zufrieden. Egal ob bei der eLearning Baltics, der PAEPS, der AEPF, dem Tag des wissenschaftlichen Nachwuchses oder dem ZWEW-KMRC-Workshop – die Diskussionen zu meiner Arbeit und der Austausch mit anderen Wissenschaftlern waren sehr konstruktiv und haben mich definitiv vorangebracht, so dass ich inzwischen das Gefühl habe die Herausforderung hier erfolgreich meistern zu können. Zumindest sind mir die noch fehlenden Schritte zum Ziel klar und bewusst – was nicht immer so war. Jetzt heißt es nur noch diese zu gehen.

Auch ansonsten gab es 2009 einige teilweise gravierende Veränderungen für mich. Zum einen bin ich nach 10 Jahren mehr oder weniger wildem WG-Leben zum ersten Mal in eine eigene Wohnung gezogen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe ich mich recht schnell an die Ruhe gewöhnt und genieße es inzwischen Herr meines eigenen Reiches zu sein. Zum anderen war dieses Jahr definitiv das Jahr, in dem das Social Web in mein Leben trat. Recht spät, aber dafür mit massiver Wirkung. Ich glaube es fing damit an, dass ich mir nach Jahren der Verweigerung ein Profil bei Facebook angelegt habe, das ich inzwischen nicht mehr missen möchte. Es ist einfache ein bequeme Möglichkeit mich mit Bekannten auszutauschen und den Kontakt nicht abreißen zu lassen. Ein echter Vorteil, da ich hier in Weingarten nicht unbedingt zentral in Deutschland wohne und viele Leute leider viel seltener persönlich treffen kann als ich es mir wünsche und sie es verdienen. Weiter ging es dann damit, dass ich im April diesen Blog ins Leben rief. Mit 17 Einträgen – mit diesem werden es 18 sein – zähle ich sicher nicht zu den fleißigsten Bloggern und auch die Anzahl der Kommentare ist definitiv noch ausbaufähig. Aber der Grundstein ist gelegt und ich bin selber noch auf der Suche nach meinem eigene Blogstil. Mal sehen wie sich das hier künftig entwickelt und wie ich den Blog für mich nutzen werde. Das dritte einschneidende Erlebnis folgte dann im Mai, als ich mir mit @Crossyard auch noch einen Twitter-Account zulegte. Ursprünglich aus reiner Neugierde und recht skeptisch, ist es inzwischen in vielen Bereichen zum Kommuniktationstool meiner Wahl geworden und hat den RSS-Reader als Informationsquelle ein stückweit verdrängt.

Ich denke das waren so die wichtigsten Erlebnisse des vergangenen Jahres. Bevor ich nun endgültig den Rechner runterfahre möchte ich mich noch bei allen Lesern bedanken und hoffe, dass ihr auch im kommenden Jahr meine Beiträge verfolgt und mit Kommentaren verseht. In diesem Sinne:


Kleine Zuhörer werfen ihre Schatten voraus

2009/12/08

Quasi wie die Jungfrau zum Kind, kam ich zu der Ehre gemeinsam mit Prof. Henninger im Rahmen der Kinderuni Ravensburg-Weingarten am 12. März 2010 eine Vorlesung zum Thema Darf man alles glauben, was die Medien zeigen? zu halten. Da ich das Thema wirklich wichtig finde, freue ich mich auch wirklich auf die Veranstaltung. Nicht ganz so zufrieden bin ich mit der Tatsache, dass das Ganze am Beispiel Digitalfotografie aufgezogen werden soll. Meines Erachtens wurden da zwei umfangreiche Themengebiete zusammengeschmissen, die den Rahmen einer solchen Kindervorlesung sprengen. Aber na gut, da muss ich jetzt durch.

Normalerweise bin ich  jemand, der vor Vorträgen nicht sonderlich nervös und meist auch erst in letzter Minute mit der Vorbereitung fertig wird. Allerdings muss ich sagen, dass mich der Termin bereits jetzt in Unruhe versetzt, denn die Zuhörer werden dieses mal nicht Studierende oder Wissenschaftler sein, sondern eben (hoffentlich) wissbegierige Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren. Eine für mich absolut neue Erfahrung. Von daher habe ich mir vorgenommen bereits über die Feiertage mit der Ausarbeitung des Konzeptes zu beginnen, denn mir liegt die Vorlesung wirklich am Herzen und ich will den jungen Nachwuchsstudierenden ja nicht gleich die Lust aufs Studium  und aufs Lernen verderben.

Eigentlich war meine erste Idee das Ganze als eine Art Workshop aufzuziehen, bei dem ich die Kinder stark einbinden kann. Dummerweise habe ich nun erfahren, dass am letzten Termin 200 Kinder-Studierende teilnahmen und ein Einbezug aller somit wohl kaum möglich sein dürfte. Um dennoch die Aufmerksamkeit 45 Minuten aufrechtzuerhalten ist mir ein spannendes Konzept und eine gute Vorbereitung jetzt umso wichtiger.

In einem Gespräch mit dem Nachwuchs von Bekannten habe ich  kürzlich erfahren müssen, dass ich beim Medienkonsum in der Altersgruppe nicht mehr ganz auf dem Laufenden bin. Pokemons sind wohl inzwischen „total out“ und Twilight oder Hannah Montana noch nicht in. Von daher bin ich hier auf eure Hilfe angewiesen.

Habt ihr – vielleicht aus der Schule oder aus eigener Erfahrung – ein paar Tipps, was bei den Kindern in dem Alter aktuell angesagt ist? Oder habt ihr Erfahrung mit Medienerziehung in der Altersgruppe beziehungsweise kennt geeignetes Unterrichtsmaterial? Anregungen, Hinweise und Kommentare jeglicher Art sind dringend notwendig und herzlich willkommen.

Bildquelle: Flickr (Fotograf: D. Eusterbrock)


Der Acker ist bestellt

2009/04/27

Nachdem ich nun schon seit geraumer Zeit mit dem Gedanken spiele ein eigenes Weblog zu starten, ist es nun soweit: Der Acker ist bestellt und die Saat für meinen Weblog ausgebracht. Ich bin gespannt wie sich das Pflänzchen künftig entwickeln wird.

Was gibt es hier künftig zu lesen? Ein Großteil der Beiträge wird sich sicherlich auf das weite Themengebiet “(Neue) Medien in Lehr-Lernszenarien” beziehen, da mich dies als Doktorand momentan hauptsächlich beschäftigt. Aber auch andere mich bewegende Dinge sollen hier festgehalten, kommentiert und verbreitet werden.

Auch wenn – oder gerade weil – das Weblog mir primär als Wissensmanagement-Tool dienen soll, freue ich mich über jeden Kommentar und Hinweis zu den einzelnen Beiträgen.

Bleibt zu hoffen, dass hier ein fruchtbarer Nährboden für meine Arbeit und Gedanken entsteht.


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