Rückblick: The kids were alright

2010/03/17

Letzten Freitag war es also soweit. Nachdem sich meine Aufregung seit der Ankündigung hier stetig gesteigert hatte, hielt ich meine erste Vorlesung im Rahmen der Kinderuni Ravensburg-Weingarten. Vor rund 100 jungen Zuhörern referierte ich zum Thema „Darf man alles glauben, was die Medien zeigen?“. Wobei referieren nicht das richtige Verb ist. Mein Plan war es von Anfang mit den Kindern in einen Dialog zu treten – inzwischen habe ich erfahren, dass der korrekte Fachterminus dafür „Unterrichtsgespräch“ ist – und möglichst wenig Monologe zu halten. Und ich muss sagen, der Plan ging auf.

Die Kids waren interessiert, haben sich super an der Veranstaltung beteiligt und waren echt fit, was das Thema Medien und die Glaubwürdigkeit von Bildern anging. Selbst über die geschichtliche Entwicklung der Photographie hatte der ein oder andere offensichtlich schon was gehört. Wenigsten konnte ich sie dann im Anschluss noch mit einigen Bildmanipulationen etwas erstaunen und auch den ein oder anderen Lacher ernten, bevor wir dann zum eher medienkritischen Teil kamen.

Hier ging ich nochmals auf bewusste Bildmanipulationen, vor allem im Bereich der Werbung und der Modebranche, ein. Der Vergleich eines Burgers auf den Plakaten mit dem, den man dann am Ende auf seinem Tablett hat, verfehlte dabei seine Wirkung ebenso wenig wie das folgende Video:

Am Ende hoffe ich, dass es für die Kinderstudierende interessante und auch lehrreiche 45 Minuten waren.

Meinerseits bleibt eigentlich nur festzuhalten, dass es nicht nur halb so schlimm war, wie befürchtet, sondern im Gegenteil sogar richtig Spaß gemacht hat. Und ich hoffe bei der  nächsten Kinderuni wieder dabei sein zu dürfen. Die Arbeit mit den Kids ist echt erfrischend und eigentlich hat mich die Veranstaltung in meinem schon länger gefassten Beschluss bestärkt, nach der Dissertation noch ein Praktikum im Waldkindergarten zu machen. Ein pädagogisches Konzept, dass ich echt super finde… aber das ist ein anderes Thema.

Für diejenigen, die wissen wollen wie die Vorlesung von Zuhörerseite aus verlief – hier gibt es den Pressetext und die Fotos der anwesenden Journalistin.

Zum Schluss noch mein persönliches Highlight an dem Tag. Nach der Veranstaltung kam ein kleines Mädchen (ich schätze so 5 Jahre alt) zu mir und wollte wissen, wie es mir denn auf dem Mond gefallen habe. Zuerst wusste ich nicht genau, was sie meinte, bis mir einfiel, dass ich ein Bild gezeigt hatte, bei dem ich mich aus einem Urlaubsfoto freigestellt und vor die erste Mondlandung retouchiert hatte. Musste da doch schmunzeln und hab’ ihr die Sache mit der Bildbearbeitung dann nochmals erklärt. Fand ich jedenfalls echt süß :)


Kleine Zuhörer werfen ihre Schatten voraus

2009/12/08

Quasi wie die Jungfrau zum Kind, kam ich zu der Ehre gemeinsam mit Prof. Henninger im Rahmen der Kinderuni Ravensburg-Weingarten am 12. März 2010 eine Vorlesung zum Thema Darf man alles glauben, was die Medien zeigen? zu halten. Da ich das Thema wirklich wichtig finde, freue ich mich auch wirklich auf die Veranstaltung. Nicht ganz so zufrieden bin ich mit der Tatsache, dass das Ganze am Beispiel Digitalfotografie aufgezogen werden soll. Meines Erachtens wurden da zwei umfangreiche Themengebiete zusammengeschmissen, die den Rahmen einer solchen Kindervorlesung sprengen. Aber na gut, da muss ich jetzt durch.

Normalerweise bin ich  jemand, der vor Vorträgen nicht sonderlich nervös und meist auch erst in letzter Minute mit der Vorbereitung fertig wird. Allerdings muss ich sagen, dass mich der Termin bereits jetzt in Unruhe versetzt, denn die Zuhörer werden dieses mal nicht Studierende oder Wissenschaftler sein, sondern eben (hoffentlich) wissbegierige Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren. Eine für mich absolut neue Erfahrung. Von daher habe ich mir vorgenommen bereits über die Feiertage mit der Ausarbeitung des Konzeptes zu beginnen, denn mir liegt die Vorlesung wirklich am Herzen und ich will den jungen Nachwuchsstudierenden ja nicht gleich die Lust aufs Studium  und aufs Lernen verderben.

Eigentlich war meine erste Idee das Ganze als eine Art Workshop aufzuziehen, bei dem ich die Kinder stark einbinden kann. Dummerweise habe ich nun erfahren, dass am letzten Termin 200 Kinder-Studierende teilnahmen und ein Einbezug aller somit wohl kaum möglich sein dürfte. Um dennoch die Aufmerksamkeit 45 Minuten aufrechtzuerhalten ist mir ein spannendes Konzept und eine gute Vorbereitung jetzt umso wichtiger.

In einem Gespräch mit dem Nachwuchs von Bekannten habe ich  kürzlich erfahren müssen, dass ich beim Medienkonsum in der Altersgruppe nicht mehr ganz auf dem Laufenden bin. Pokemons sind wohl inzwischen „total out“ und Twilight oder Hannah Montana noch nicht in. Von daher bin ich hier auf eure Hilfe angewiesen.

Habt ihr – vielleicht aus der Schule oder aus eigener Erfahrung – ein paar Tipps, was bei den Kindern in dem Alter aktuell angesagt ist? Oder habt ihr Erfahrung mit Medienerziehung in der Altersgruppe beziehungsweise kennt geeignetes Unterrichtsmaterial? Anregungen, Hinweise und Kommentare jeglicher Art sind dringend notwendig und herzlich willkommen.

Bildquelle: Flickr (Fotograf: D. Eusterbrock)


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