Einblicke in die Arbeitswelt eines Medien- und Bildungsmanagers

2011/02/11

Es ist wieder soweit. Die vorlesungsfreie Zeit zwischen Winter- und Sommersemester ist traditionell die Phase, in der die Studierenden des 5. Semesters ihre Pflichtpraktika im Studiengang „Medien- und Bildungsmanagement“ absolvieren. Das Konzept, diese Studienphase mittels Weblogs zu dokumentieren, habe ich bereits vor einem Jahr hier vorgestellt.

Ich finde es immer recht interessant, in welchen Bereichen unsere Studierenden ihre Praktika absolvieren und was sie dort so erleben. Daher freue ich mich auch, dass auch in diesem Jahr wieder eine Reihe der Praktikumsblogs öffentlich geführt werden. Für alle die auch mal einen Einblick in die tägliche Arbeit eines Medien- und Bildungsmanager bekommen wollen, hier die entsprechenden Adressen:

Die jeweiligen Autoren und Autorinnen freuen sich sicher darüber, wenn man ab und an einen motivierenden Kommentar zu ihren Alltagserlebnissen hinterlässt :)

Bildquelle: Flickr (Fotograf: wan fauzan)


Bleibt alles anders: Konzeptionelle Überlegungen zum Seminar Medienrecht

2010/04/25

Bereits vor zwei Wochen startete das Medienrecht-Seminar an der PH Weingarten. Auch in diesem Jahr möchte ich den Studierenden wieder die Gelegenheit geben, nicht nur medienrechtliche Grundlagen kennen zu lernen, sondern auch Erfahrungen mit dem Einsatz von social software zu sammeln.

Im vergangenen Jahr setzte ich hier ausschließlich auf Weblogs, in denen die Studierende ihren individuellen Lernprozess dokumentierten, Fallaufgaben bearbeiteten und diese diskutieren sollten. Über meine persönlichen Eindrücke und die Rückmeldungen der Studierende hatte ich damals hier berichtet. Die Dinge, die mir nachhaltig als optimierungsbedürftig in Erinnerung geblieben sind, sind zum einen die Lautstärke in den Veranstaltungen sowie der Austausch in den Weblogs. Auch das Training des medienrechtlichen Argumentierens kam – nach Lektüre der Projektberichte – offensichtlich etwas zu kurz. Aus diesem Grund habe ich mir für dieses Jahr ein neues Konzept überlegt, von dem ich mir bei diesen Punkten Verbesserungen verspreche und dessen zentrale Aspekte ich hier gerne zur Diskussion stellen würde:

1. Individuelle Aneignung der Grundlagen – kollektive Anwendung

Hatten die Seminartermine im vergangenen Jahr noch überwiegend Vorlesungscharakter, so soll sich das dieses Jahr komplett ändern. Für das Thema Medienrecht gibt es mit dem Lehrbuch von Frank Fechner eine wirklich sehr ausführliche und gute Grundlagenliteratur, an der auch ich mich bei meinen Ausführungen eng anlehnte. Anstatt die dort beschriebenen Inhalte auf Powerpoint-Folien zu bringen und den Studierenden vorzutragen, sollen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Jahr individuell durch das Lesen einzelner Abschnitte auf die Seminarsitzungen vorbereiten, so dass die Treffen dazu genutzt werden können, noch offene Fragen im Plenum zu diskutieren und zu beantworten. Die anschließend noch verbleibende Zeit soll zur gemeinsamen Einübung der (medien-)rechtlichen Argumentationsweise anhand konkreter Fallbeispiele genutzt werden. Ich vermute, dass dies in einer Präsenzveranstaltung in der Gruppe besser gelingt, als es durch die nachträglich individuelle Fallbearbeitung und Diskussion in den Weblogs gelungen ist. Außerdem dürfte die stärkere Involvierung der Studierende in die Diskussion sich auch positiv auf die Aufmerksamkeit auswirken.

2. Kreative Auseinandersetzung mit den Lerninhalten

Eine weitere Neuerung ist die Vorgabe, dass jede Seminarsitzung von einem Team aus zwei Studierenden vorbereitet wird. Hierzu erstellen diese einen Blogbeitrag, der auch als Ankerpunkt für die Sammlung noch offener Fragen der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer dient. In dem Beitrag soll jedoch nicht nur der gelesene Text aus dem Lehrbuch zusammengefasst, sondern durch ein Lernartefakt dargestellt werden. Die Studierende sollen sich also kreativ mit dem Gelernten auseinandersetzen, indem sie ein Bild malen, ein Foto machen, Audiobeiträge aufzeichnen, ein kurzes Video produzieren oder ansonsten etwas schaffen, dass sie mit den Lerninhalten in Verbindung setzen. Dass Lernartefakte zu einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema und besseren Lernleistungen führen können, ist in der Bildungsforschung nichts Neues. Ich denke, im Fall von Medienrecht ist es darüber hinaus eine gute Möglichkeit, die doch recht trockenen Inhalte etwas lebhafter zu vermitteln. Auf die Idee kam ich übrigens durch diesen Jura-Rap von Prof. Berger.

Das ist natürlich ein extrem gelungenes und professionelles Beispiel. Ich bin mal gespannt, was bei unserem Seminar so alles an kreativen Produkten entsteht.

3. Einer für alle, alle für einen

Anstelle der individuellen Studierendenweblogs, werden wir dieses Jahr alle in einem gemeinsamen Seminarweblog arbeiten. Die einzelnen Arbeitsgruppen stellen hier ihre Ausarbeitungen und Lernartefakte zur Diskussion. Darüber hinaus kann jeder Studierende individuell diese Plattform nutzen, um seminarbezogene Beiträge zu publizieren und Feedback einzufordern. Auch noch unklare Punkte und offene Fragen sollen hier in den Kommentaren zur jeweiligen Seminarsitzung gesammelt, angesprochen und bestenfalls bereits im Vorfeld debattiert werden. Ich verspreche mir hierdurch einen intensiveren Austausch und eine effektivere Zusammenarbeit zwischen den Seminarteilnehmern.

4. Einbezug von Twitter

Medienrecht ist ein sehr breites und vor allem in ständigem Wandel befindliches Themengebiet. Nahezu täglich finden sich in der Medienberichterstattungen Mitteilungen zu Gerichtsurteilen mit Bezug zum Medienrecht – zum Beispiel hier, hier oder hier – oder zu  Debatten – etwa aktuell hier zum Jugendmedienschutzstaatsvertrag – die durchaus zum besseren Verständnis des Themas beitragen können, jedoch nicht immer eines eigenständigen Weblogbeitrags bedürfen. Um schnell und einfach auch auf solche Fundstücke sowie neue Einträge im Weblog hinweise zu können, werde ich dieses Jahr auch verstärkt Twitter als Mitteilungskanal im Seminar einsetzen und auch versuchen die Studierende zu animieren, diesen zur Vernetzung und zum informellen Austausch zu nutzen. Für alle die sich ebenfalls einbringen möchten, der Hashtag ist #mrsose10.

Neben diesen Änderungen bleiben aber einige altbewährte Dinge bestehen. Zum einen die Nutzung der studiengangsinternen Lernplattform DLS zum Austausch von organisatorischen und teilweise vertraulichen Informationen, wie Raum- und Terminverschiebungen, die Veröffentlichung der Klausurergebnisse oder die Bereitstellung von internen Formularen. Zum anderen können sich die Studierende auch weiterhin jederzeit per Mail an mich wenden, um Probleme oder Anliegen zu besprechen, die nicht die gesamte Seminargruppe betreffen.

Ich freue mich schon auf das Seminar und bin gespannt, ob sich das Konzept bewähren wird. Auch dieses Jahr werde ich die Veranstaltung und vor allem den Medieneinsatz durch zwei Befragungen evaluieren. Mal sehen, was ich dann im August hier berichten kann.

Soweit zu meinen Vorüberlegungen. Für eure Einschätzung und Verbesserungsvorschläge bin ich wie immer sehr dankbar. Ansonsten fühlt euch frei auch ab und an im Seminarblog vorbeizuschauen oder euch per Twitter in den Diskurs rund um die Veranstaltung einzubringen. Mich – und sicher auch die Studierende – würde es freuen.


Studierende bloggen über ihr Praktikum

2010/02/16

Eine Frage, die ich in den letzten Jahren von unseren Studierenden immer wieder gehört habe, war: „Wo kann ich denn später als Medien- und Bildungsmanager arbeiten?“. Im Einzelfall kann ich das natürlich nach wie vor nicht beantworten, aber eventuell eine etwas fundiertere Einschätzung abgeben. Denn seit einer Woche gibt es hierzu erste konkrete Hinweise.

Seit Anfang Februar befinden sich die Studierenden des ersten Matrikels in ihrer Praktikumsphase und ich bin wirklich erstaunt, in welch unterschiedlichen Arbeitsgebieten und Branchen diese absolviert werden. Die Bandbreite erstreckt sich von Marketing- und Personalabteilungen über Beratungsunternehmen und Verlage bis hin zu öffentlichen Behörden und Einrichtungen. Ich denke es spiegelt die Interdisziplinarität des Studiengangs ganz gut wieder.

Anstatt rückblickend in einem „klassischen“ Praktikumsbericht, dokumentieren und reflektieren die Studierenden ihre Tätigkeiten in einem praktikumsbegleitenden Weblog. Auch wenn dies aufgrund von Unternehmensvorgaben nicht in jedem Fall öffentlich geschieht, finde ich den Ansatz trotzdem interessant. Zum einen gewährt es den Betreuern in regelmäßigen Abständen einen Einblick in den Arbeitsalltag ihrer „Schützlinge“, so dass zeitnah Feedback und bei Problemen auch Hilfestellung gegeben werden kann (wir wollen ja nicht, dass es soweit wie bei dem Praktikanten auf dem Foto kommt). Zum anderen bietet es auch den Kommilitonen und anderen Interessierten die Möglichkeit, den Studierenden bei ihren Projekten über die Schulter zu schauen. Und ich muss sagen, einige der Projekte finde ich wirklich extrem spannend.

Für alle die auch mal einen Einblick davon bekommen wollen, was man als Medien- und Bildungsmanager so alles machen kann, hier die Adressen der öffentlich geführten Praktikumsblogs:

Die jeweiligen Personen freuen sich sicher darüber, wenn man sie nicht nur heimlich bei ihrer Arbeit beobachtet, sondern ab und an auch einen motivierenden Kommentar hinterlässt. Wir wissen doch alle, wie gut das im stressigen Arbeitsalltag tut :)

Bildquelle: Flickr (Fotograf: Oszedo)


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