Blogs vs. Wikis

2009/12/09

Gestern wurde ich durch einen Tweet von Petra Grell (@pgrell) auf dieses lustige Youtube-Video aufmerksam. Eine fiktionale Debatte zwischen John F. Kennedy und Richard Nixon über die Unterschiede und Eigenschaften von Weblogs und Wikis.

Ob es nur am mangelnden Charisma von Richard Nixon liegt, der den Part des blog facilitaor übernimmt oder die Macher hier eine eindeutige Tendenz für Wikis erzeugen wollten mag ich jetzt nicht zu beurteilen. Auf mich wirkt es jedenfalls so, als kämen Blogs vergleichsweise schlecht weg.

Ein interessanter Punkt ist die Kontrolle über die veröffentlichten Inhalte. Während ein Blogger weitgehend die Kontrolle über seine Texte behält, sind Eintragungen in Wikis jederzeit durch andere veränderbar. Dies hat sicher auch Auswirkungen darauf, inwiefern sich der Verfasser mit seinem Beitrag identifiziert. Ein Aspekt, der meines Erachtens immer bedacht werden sollte, wenn man versucht die Tools mit doch eher informellen Charakter in formelle Lernumgebungen zu integrieren. Hier haben ganz klar beide Medien ihre Daseinsberechtigung und bieten weitreichende didaktische Möglichkeiten.

Persönlich denke ich jedoch, dass mit Blick auf die Selbstbestimmungstheorie der Motivation das mehr an Kontrolle beim Bloggen positive Wirkung hat. Es hilft dem Lernenden seinen Lernprozess als eher autonom zu empfinden, sich bereits beim Schreiben vermehrt Gedanken über die Wirkung auf die Leser  zu machen und schließlich stärker hinter seinen produzierten Lernartefakten zu stehen, die von niemandem ausser ihm verändert werden können. Wikis dürften eher über die Empfundene soziale Eingebundenheit motivierend wirken, denn hier steht klar das gemeinsame Ergebnis im Vordergrund der Arbeit und die Beiträge der einzelnen Lernden gehen im Gruppenergebnis unter auf.

Wie gesagt, dass ist meine Sicht der Dinge. Was denkt ihr?


Rückblick: 10. Tag des wissenschaftlichen Nachwuchses

2009/11/17

Am 13./14. November war ich beim „10. Tag des wissenschaftlichen Nachwuchses der Pädagogischen Hochschulen“, der dieses Jahr an der PH Schwäbisch Gmünd stattfand. Für mich war es nach letztem Jahr in Ludwigsburg die zweite Teilnahme an dieser Veranstaltung, die primär als Plattform für die Präsentation von Dissertationsprojekten und zur Vernetzung der Promovierenden an den Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg gedacht ist.

Im Vergleich zum letzten Jahr, hatten sich – zu mindestens nach meinem Eindruck – weniger Teilnehmer auf den Weg nach Schwäbisch Gmünd gemacht, was ich jedoch nicht unbedingt schlecht fand. So war die Größe der Veranstaltung überschaubarer und meines Erachtens besser geeignet, um mit anderen ins Gespräch zu kommen und sich intensiver auszutauschen. Hinsichtlich des Netzwerkaspekts also optimal.

Auch die Anzahl der vorgestellten Projekte ging gefühlsmäßig etwas zurück. In Bezug auf das qualitative Niveau kann ich mich nur dem Urteil anschließen, dass ich während den beiden Tagen öfters gehört habe – das war wirklich hoch. Zumindest in den Panels an denen ich teilgenommen habe, war ich von den wirklich spannenden Arbeiten echt angetan, selbst wenn sie teilweise aus mir völlig fremden Disziplinen kamen. Auch die Diskussionen im Anschluss empfand ich als sehr konstruktiv und denke, dass jeder Vortragende hier wichtige Hinweise zu seiner Arbeit bekam.

Zumindest ich habe für mein Vorhaben viele Hinweise und neue Ideen mitgenommen. Von daher an dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle, die nach meiner Präsentation mitdiskutiert oder mir in der Zwischenzeit per Email ein Feedback gegeben haben. Ich denke, dass ich noch etwas damit beschäftigt sein werde meine Gedanken zu sortieren und die neuen Anregungen zu verarbeiten. Der ein oder andere Punkt wird sicher auch zu einem neuen Blogbeitrag führen.

Für alle die nicht dabei sein konnten, hier noch meine Folien zum Vortrag:

Über Hinweise, konstruktives Feedback, neue Anregungen oder einfach eure Meinung zum Vorhaben, würde ich mich wie immer freuen.


Nachtrag: 12. Fachtagung Pädagogische Psychologie (PAEPS)

2009/09/16

Durch meinen Umzug in den letzten Tagen und die damit verbundene Zeit ohne Internetzugang, komme ich erst heute dazu von der 12. Fachtagung Pädagogische Psychologie (PAEPS) zu berichten. Diese fand letzte Woche vom 07. bis 09. September an der Universität des Saarlandes, also quasi in der Heimat, statt.

Es war das erste Mal, dass ich an einer Veranstaltung mit primär pädagogisch-psychologischer Ausrichtung teilnahm und als “Quereinsteiger” auf diesem Gebiet war ich vor meinem Vortrag wirklich nervös. Aber direkt vornweg – es war weniger schlimm als befürchtet und lief besser als erwartet :)

Insgesamt fand ich die Tagung super organisiert und die vorgestellten Beiträge interessant. Es gab auch ausreichend Gelegenheit um sich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen und so kam ich auch mit vielen guten Anregungen und noch mehr Ideen zurück, die ich jetzt erstmal in den nächsten Tagen verarbeiten muss. Da wird sicher noch die ein oder andere Email ausgetauscht. Ich würde mir wünschen, dass auch im Nachgang mit einigen der Referenten ein konstruktiver Austausch stattfindet.

Der einzige Wehmutstropfen war, dass der Versuch mit dem iPod meinen Vortrag aufzuzeichnen daneben ging. Von daher kann ich hier nur die Folien ohne Audiostream zur Verfügung stellen. Hoffe es stößt trotzdem auf Interesse. Und wie immer freue ich mich über Kommentare und Anregungen.


Folien zu meinem Vortrag auf der eLearning Baltics

2009/06/24

Letzte Woche war ich in Rostock-Warnemünde auf der eLearning Baltics. Die Konferenz war interessant und die Location wirklich super. Vor allem die Keynote von Roger Larsen hat mich zum Nachdenken über mögliche Entwicklungen beim webbasierten Lernen angeregt. Leider musste ich bereits Donnerstagabend abreisen, so dass ich nicht nur die Strandparty, sondern auch die Keynote von Prof. Risku über “Learning in a Network Society” verpasst habe. Aber vielleicht war ja jemand dort und kann mir berichten.

Anbei noch die Folien zu meiner Präsentation im Workshop “Motivationsmaßnahmen in eLearning-Projekten”.

Nachdem in den vorherigen Vorträgen konkrete Projekte aus Unternehmen und Hochschulen vorgestellt wurden, habe ich versucht eher auf die theoretischen Aspekte bezüglich des Lernens mit Weblogs einzugehen und Bezug auf die vorherigen Beiträge zu nehmen. Das Feedback war durchweg positiv, so dass ich davon ausgehe, dass dies der richtige Weg war.


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