Reading in the Sun

2009/08/09

Reading in the Sun Heute habe ich den sonnigen Nachmittag genutzt, um im Stadtpark – fernab von Computer   und Internet – meinen Stapel mit noch zu lesender Literatur ein wenig abzuarbeiten.

Als erstes nahm ich mir die (soweit ich weiß bisher noch) unveröffentlichte Examensarbeit von Anna Folke, einer Absolventin hier von der PH Weingarten, vor. Diese trägt den Titel „Der Einsatz von Web2.0 im Englischunterricht. Durchführung und Evaluation einer Unterrichtseinheit“.

Zunächst geht die Autorin darin allgemein auf den Begriff des Web 2.0 und verschiedene Anwendungen ein, bevor sie mögliche Einsatzszenarien und Potentiale für deren Nutzung im Schulunterricht erläutert. Anschließend beschreibt sie ihre Erfahrungen beim Einsatz eines Weblogs im Englischunterricht der 10. Klasse an einer Hauptschule.

Von der theoretischen Seite brachte mir die Lektüre keinen neuen Erkenntnisse, aber einige Literaturhinweise fand ich interessant (auch wenn sich diese größtenteils speziell auf den Sprachunterricht beziehen). Vor allem folgende vier Beiträge werde ich mir nochmals näher anschauen:

  1. Dorok, S. (2006). Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Podcasts als Methode zur Verlagerung von Hörverstehens- und Sprachproduktionsaufgaben in die Hausaufgaben der Klasse 8b des Mariengymnasiums Arnsberg. [PDF]
    Frage: Inwieweit kann mittels Web 2.0-Tools eine Brücke zwischen Lernen in der Unterrichtsstunde und informellem Lernen zu Hause geschlagen werden? Inwieweit biete dies den Schülern die Möglichkeit, das Lerntempo an ihre Bedürfnisse anzupassen?
  2. Meister, D. & Meise, B. (2008). Medienkompetenz als lebenslange Herausforderung. In: Deutsche UNESCO-Kommission e.V. (Hrsg.). UNESCO heute. Wissen im Web, Heft 1/2008.
    Frage: Inwiefern ändern sich durch den Einsatz von Web 2.0-Tools auch die Anforderungen an die Kompetenz der Nutzer?
  3. Röll, M. (2005). Corporate E-Learning mit Weblogs und RSS. Handbuch E-Learning. [PDF]
  4. Sharma, P. & Barett, B. (2007). Blended Learning. Using Technology in and beyond the Language Classroom. Oxford: Macmillan Education.

Spannender fand ich die Reflexionen über die durchgeführte Unterrichtseinheit. Hier erhielt ich einige Anregungen und Ideen, die ich für die Durchführung meiner Untersuchung in der Schule im Hinterkopf behalten sollte. Daher will ich diese hier kurz stichpunktartig festhalten:

  • Nach Möglichkeit das Vorhaben persönlich auf einem Elternabend vorstellen und um Unterstützung bitten (anstatt eines Elternbriefs).
  • Bedenken, dass trotz alle Berichte über die „digital natives“ scheinbar oftmals noch Probleme beim Einrichten der Zugänge auftreten, weil Schüler entweder keine Emailadresse haben oder ihre Zugangsdaten nicht mehr wissen. Außerdem sicherstellen, dass allen Schülern ein Internetzugang zur Verfügung steht, was wohl zu Hause auch nicht selbstverständlich ist.
  • Zur Unterstützung der Schüler Anleitungen zum Umgang mit dem Weblog (Veröffentlichen von Beiträgen, Einbinden von Bildern und Videos, etc.) als Download zur Verfügung stellen.
  • Mit den Schülern Umgangsformen beim Kommentieren besprechen, schriftlich festhalten und als Datei hinterlegen.

Da in der Arbeit der Einsatz eines Klassen-Weblog untersucht wurde, bin ich nochmals ins Grübeln gekommen. Ist dieses Vorgehen eventuell sinnvoller als jedem Schüler einen eigenen Blog zur Verfügung zu stellen? Darüber mache ich mir bereits seit einiger Zeit Gedanken. Über Erfahrungsberichte oder Hinweise zu entsprechenden Vergleichsuntersuchungen wäre ich daher sehr dankbar.

Meine zweite Lektüre war Cross, J. E. et al. (2009). Using Mixed-Method Design and Network Analysis to Measure Development of Interagency Collaboration, ein Artikel aus der aktuellen Ausgabe des American Journal of Evaluation.

Den Beitrag hatte ich mir vorgemerkt, da ich kurz mit dem Gedanken spielte, in Rahmen meines Dissertationsvorhabens auch eine Netzwerkanalyse zu machen, um neben der Selbsteinschätzung der Schüler noch weitere Daten zur sozialen Eingebundenheit zu bekommen. Inzwischen denke ich, dass dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde. Aber sollte ich nochmals auf das Thema zurückkommen, ist dieser Artikel zusammen mit

Frank, K. A. (1998b). Quantitative methods for studying social context in multilevels and through interpersonal relations. Review of  Research in Education, 23, 171-216.

eine gute Ausgangsbasis. Denn ich bin nach wie vor dasvon überzeugt, dass die Anwendung von  Netzwerkanalysen zur Untersuchung des Einsatzes von Web-2.0-Tools in Lehr-Lern-Szenarien ein spannendes Thema ist und interessante Erkenntnisse verspricht. Auch hier die Frage: Hat jemand bereits erste Erfahrungenin dem Bereich gesammelt oder kennt entsprechende Untersuchungen?

Bildquelle: flickr


Beitrag angenommen

2009/08/07

Es ist schon einige Wochen her, dass ich über Twitter via @cspannagel (er hat hier auch in seinem Blog darauf hingewiesen) auf einen Workshop zu „The potential of social software for knowledge creation and economics performance“ aufmerksam wurde.

Die Ausschreibung fand ich aus zweierlei Gründen interessant. Zum einen richtete sie sich  explizit an „junior researchers“ und somit an potentielle Leidensgenosse :) Zum anderen ist der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und dem Institut für Wissensmedien veranstaltete Workshop interdisziplinär ausgerichtet. Vor allem letzteres hat mich dazu bewogen einen Beitrag einzureichen. Da ich an einer Pädagogischen Hochschule promoviere liegt mein Fokus bezüglich Web 2.0 eindeutig auf dessen Einsatzmöglichkeiten fürs Lehren und Lernen. Auch die Blogs und Websites, die ich regelmäßig lese – dabei fällt mir ein, dass ich noch eine Blogroll erstellen wollte – drehen sich um diesen Schwerpunkt und so bin ich nicht wirklich auf dem Laufenden, wie sich andere Forschungsdisziplinen des Themas annehmen.

Lange Rede, kurzer Sinn – obwohl die Ausschreibung nahe legte, dass der thematische Schwerpunkt des Workshops auf dem ökonomischen Potential von Social Software liegt, habe ich mein Glück versucht und einen Beitrag eingereicht. Umso mehr freut es mich, dass ich heute folgende Email erhalten habe:

Dear Christian Schmidt,
we are pleased to inform you that your paper entitled “Using weblogs at school to prepare today’s students for their (professional) life” has been accepted for presentation at the Workshop on  “The potential of social software for knowledge creation and economic performance”, to be held by KMRC and ZEW in Mannheim on November 6 – 7, 2009.

Jetzt hoffe ich nur noch auf spannende Diskussionen, interessante Beiträge und darauf, dass die Veranstalter ihren Vorsatz beherzigen und ausreichend Zeit für den informellen Austausch zwischen den Teilnehmern einplanen. Bei dem Workshoptitel dürfte vor Ort ja für Internetzugang gesorgt sein, so dass ich versuchen werde live zu berichten.

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Christian Spannagel für die Ankündigung und natürlich das KMRC, das sich freundlicherweise bereiterklärt hat die Reise- und Übernachtungskosten zu sponsern.


PAEPS 2009 – Vortrag in der Heimat

2009/05/26

Nachdem ich bereits vor zwei Wochen gefragt wurde, ob ich bei der diesjährigen eLearning Baltics ein kurzes Impulsreferat zu motivationalen Aspekten des Lernens mit Weblogs halten kann, erhielt ich soeben die Benachrichtigung, dass auch mein eingereichter Abstract bei der PAEPS 2009 angenommen wurde. Dies freut mich besonders, findet sie doch in Saarbrücken statt. So ergibt sich die Möglichkeit das Ganze mit ein paar Tagen Heimaturlaub vor und nach der Fachtagung zu verbinden.

Sehr geehrte Damen und Herren,
der Review-Prozess ist abgeschlossen. Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass Ihr Forschungsreferat zur PAEPS 2009 in Saarbrücken angenommen wurde.

Zu gegebener Zeit werde ich hier nochmals genauer über die Beiträge berichten. Freue mich natürlich auf zahlreiche TeilnehmerInnen und interessante Diskussionen – sowohl vor Ort  als auch hier im Blog.


Ich twitter wegen Merkel

2009/05/18

Schon lange spielte ich mit dem Gedanken, endlich auch mal das Web2.0-Phänomen Twitter auszuprobieren. Vermutlich wurde kein Tool in den letzten Monaten – auch in Bezug auf Lehren und Lernen – so heiß diskutiert. Wer hätte Gedacht, dass ausgerechnet unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel indirekt den Ausschlag gibt, dass ich nun als Early Adopter Teil der “Early Majority” mir einen Account zulege.

Das gestrige “Town Hall”-Meeting auf RTL fand ich recht enttäuschend. Umso erstaunter war ich, als ich heute bei politik-digital.de las, dass die interessanteste Diskussion wohl über Twitter stattfand. Um dies bei künftigen Sendungen ebenfalls einschätzen zu können und endlich auch mal Erfahrungen mit dem Tool zu sammeln, twitter ich ab heute also unter @Crossyard.

Mein erster Eindruck: Ich weiss wirklich noch nicht für was es gut sein soll. Aber davon berichten ja die meisten (z.B. hier oder hier). Aber ich werde Twitter ein paar Wochen Zeit geben mich von seinem Nutzen zu überzeugen. Immerhin habe ich nach nicht einmal 24 Stunden bereits 7 Followers. Das dürfen aber gerne noch mehr werden. Ich freue mich über jeden zusätzlichen Kontakt, damit sich dann auch hoffentlich der Netzwerkeffekt einstellt.


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