Nachtrag: Beitrag auf dem World Computer Congress 2010

2011/01/26

Der „World Computer Congress 2010“ in Brisbane liegt inzwischen bereits einige Monate zurück. Auch wenn große Teile der Tagung im Nachhinein durch die vielen Eindrücke meiner anschließenden Reise entlang der Australischen Ostküste verdrängt wurden, so habe ich die Veranstaltung in positiver Erinnerung. Das liegt zum einen an der echt professionellen Organisation sowie der tollen Location, zum anderen an den wirklich spannenden Beiträgen, die ich dort erleben durfte.

Besonders die Keynote „Toward a Just Digital Society“ von Richard Stallman hat mich nachhaltig beschäftigt (hier ein zusammenfassender Bericht aus der “itnews”). Dies lag allerdings weniger an Stallmans Ausführungen zu Chancen und Risiken einer digitalen Gesellschaft, als vielmehr daran, dass sie Anlass für mehrer – teils hitzige – Diskussionen außerhalb des Plenums bot. Insgesamt wurde beim “World Computer Congress” sowieso erstaunlich viel diskutiert. Erfreulicherweise nicht nur – wie ich in diesem Rahmen vermutet hätte – darüber, was heute durch Technologie alles machbar ist, sondern auch inwiefern diese Entwicklungen beziehungsweise zukünftigen Szenarien überhaupt wünschens- und erstrebenswert sind.

Im Rahmen der Session „Key Competencies in the Knowledge Society“ stellte ich einen gemeinsamen Beitrag von Mathias Krebs und mir über den damaligen Stand unserer Dissertationsprojekte zum Einsatz von Wikis und Weblogs im Schulunterricht vor.

Beim Aufräumen meines Schreibtisches bin ich heute über das „Assignment of Copyright“ gestolpert und habe mit Freude festgestellt, dass ich das Paper für den Konferenzband auch hier veröffentlichen darf, wovon ich hiermit gerne Gebrauch mache.


Blogs vs. Wikis

2009/12/09

Gestern wurde ich durch einen Tweet von Petra Grell (@pgrell) auf dieses lustige Youtube-Video aufmerksam. Eine fiktionale Debatte zwischen John F. Kennedy und Richard Nixon über die Unterschiede und Eigenschaften von Weblogs und Wikis.

Ob es nur am mangelnden Charisma von Richard Nixon liegt, der den Part des blog facilitaor übernimmt oder die Macher hier eine eindeutige Tendenz für Wikis erzeugen wollten mag ich jetzt nicht zu beurteilen. Auf mich wirkt es jedenfalls so, als kämen Blogs vergleichsweise schlecht weg.

Ein interessanter Punkt ist die Kontrolle über die veröffentlichten Inhalte. Während ein Blogger weitgehend die Kontrolle über seine Texte behält, sind Eintragungen in Wikis jederzeit durch andere veränderbar. Dies hat sicher auch Auswirkungen darauf, inwiefern sich der Verfasser mit seinem Beitrag identifiziert. Ein Aspekt, der meines Erachtens immer bedacht werden sollte, wenn man versucht die Tools mit doch eher informellen Charakter in formelle Lernumgebungen zu integrieren. Hier haben ganz klar beide Medien ihre Daseinsberechtigung und bieten weitreichende didaktische Möglichkeiten.

Persönlich denke ich jedoch, dass mit Blick auf die Selbstbestimmungstheorie der Motivation das mehr an Kontrolle beim Bloggen positive Wirkung hat. Es hilft dem Lernenden seinen Lernprozess als eher autonom zu empfinden, sich bereits beim Schreiben vermehrt Gedanken über die Wirkung auf die Leser  zu machen und schließlich stärker hinter seinen produzierten Lernartefakten zu stehen, die von niemandem ausser ihm verändert werden können. Wikis dürften eher über die Empfundene soziale Eingebundenheit motivierend wirken, denn hier steht klar das gemeinsame Ergebnis im Vordergrund der Arbeit und die Beiträge der einzelnen Lernden gehen im Gruppenergebnis unter auf.

Wie gesagt, dass ist meine Sicht der Dinge. Was denkt ihr?


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